Schnupfen und Sinusitis /
Nasennebenhöhlenentzündung



Beschreibung
Nicht nur die Nasenhöhle selbst, auch die Nasennebenhöhlen (Sinus paranasales), die luftgefüllten Knochenhöhlen in direkter Nachbarschaft der Nase, sind mit Schleimhaut ausgekleidet. Eine Infektion der Nasenschleimhaut (Rhinitis) kann daher auch die Nebenhöhlen in Mitleidenschaft ziehen. Ihre akute Entzündung (Sinusitis) muss konsequent behandelt werden, um einen chronischen Verlauf zu vermeiden.
Die Nasennebenhöhlen wie Stirn- oder Kieferhöhlen stehen durch Gänge mit der Nasenhöhle in Verbindung und können daher von einer Nasenschleimhautinfektion mitbetroffen sein. Bei der akuten Nasennebenhöhlenentzündung (Sinusitis) ist meist nur eine Nebenhöhle erkrankt; die Entzündung aller Nebenhöhlen heißt Pansinusitis.

Ursachen
Nicht nur die weitergeleitete Infektion eines Schnupfens, sondern vor allem auch die geringere Belüftung der Nasennebenhöhlen durch die behinderte Nasenatmung führen zur Entzündung und Sekretbildung in den Nebenhöhlen.

Diagnostik
Neben der körperlichen Untersuchung werden die Nasenhöhlen endoskopisch inspiziert. Bei einer eitrigen Sinusitis wird mit der Röntgenaufnahme der Nasennebenhöhlen eine Verschattung (eitriges Sekret) in den Nasennebenhöhlen nachgewiesen. Ein Röntgebild ist besonders dann erforderlich, wenn das Nasensekret nicht mehr eitrig ist, aber die Beschwerden fortbestehen oder sogar zunehmen. Dann sind wahrscheinlich die Abflussgänge der Nasennebenhöhlen vollkommen verschlossen und der Eiter staut sich. Das Röntgenbild zeigt in diesem Fall einen Flüssigkeitsspiegel. Um einen Befall der Augenhöhlen oder des Gehirns auszuschließen, wird zusätzlich eine Computertomografie des Schädels durchgeführt.

Therapie
Konventionelle Medizin
Bei einer eitrigen bakteriellen Infektion sind neben den Hausmitteln schleimlösende Mittel, reichliche Flüssigkeitszufuhr und abschwellende Nasentropfen unbedingt erforderlich, um die verschlossenen Abflussgänge zu öffnen, damit der Eiter abfließen kann. Oft wird für mindestens acht Tage, in jedem Fall jedoch bis drei oder vier Tage nach Abklingen der akuten Beschwerden, antibiotisch behandelt. Lässt sich keine Heilung erzielen, werden die Nasennebenhöhlen gespült oder operativ ausgeräumt.

Chronischer Verlauf
Schwellen die Abflussbahnen der Nasennebenhöhlen immer wieder entzündlich bedingt zu, kann es zu einer chronischen Sinusitis kommen. Manchmal ist auch eine Verformung der Nasenscheidewand (Septumdeviation) die Ursache, öfter allerdings eine allergisch bedingte, langfristige Nasenschleimhautentzündung. Meist handelt es sich um Mischinfektionen mit Beteiligung mehrerer Keime.
Die chronische Entzündung führt zu einem Umbau der Schleimhaut. Die Flimmerhärchen gehen verloren, so dass der Sekrettransport in den Nasennebenhöhlen schlechter wird oder sogar stagniert. Die Schleimhaut wird trockener und dicker (Hyperplasie) und damit anfälliger für erneute Infektionen. Die Hyperplasie führt zur Bildung von Polypen, vor allem in den Siebbeinzellen, und damit zu einer ausgeprägten Behinderung der Nasenatmung.
Bei der chronisch eitrigen Sinusitis wird der Erreger mit einem geeigneten Antibiotikum bekämpft. Nach Abklingen der eitrigen Entzündung wird die verdickte Schleimhaut aus den Nasennebenhöhlen ausgeräumt, damit diese wieder ausreichend belüftet sind.




zurück zur Übersicht "Erkrankungen"